Die "Liegende Acht" – eine Brain Gym - Übung zur Verbesserung der Koordination der beiden Gehirnhälften

Das komplexe Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften funktioniert nicht immer reibungslos. Insbesondere in Situationen, die uns besonders fordern - wenn wir etwas Neues lernen müssen oder unter Stress stehen -, tendieren wir dazu, uns ganz auf unsere bevorzugte Gehirnhälfte und die bevorzugten Sinnesorgane zu konzentrieren und die jeweils andere Seite weitgehend herunterzufahren oder sogar ganz "abzuschalten".

Ein Beispiel:

Wenn Tim ein Buch las, dann las er eigentlich nur mit seinem rechten Auge - sein linkes Auge und seine rechte Gehirnhälfte waren abgeschaltet. Er sah zwar die einzelnen Buchstaben, erkannte aber die Wörter nicht. Denn die rechte Gehirnhälfte hat die Aufgabe, die Buchstaben zusammenzuziehen, so dass sie als bedeutsame Wörter gesehen werden.

(Nach Dennison / Dennison (2002): EK für Kinder : Das Handbuch der EDU-Kinestetik für Eltern, Lehrer und Kinder jeden Alters)

Um die Zusammenarbeit zwischen Tims Augen und seiner linken und rechten Gehirnhälfte zu verbessern, eignet sich beispielsweise die Brain Gym - Übung "Liegende Acht", die es in zwei Varianten gibt:

Liegende Acht für die Augen:

Der Übungsleiter "zeichnet" mit seiner Hand (oder mit einem Stift) in Augenhöhe der übenden Person eine waagerecht liegende Acht (das Unendlichkeitssymbol) in die Luft. Beginnend in der Mitte bewegt er die Hand zunächst gegen den Uhrzeigersinn kreisförmig nach oben, rund herum und wieder zurück zur Mitte; dann fährt die Hand im Uhrzeigersinn nach oben, rund herum und zurück zur Mitte. Diese Figur wird in einer fließenden, ununterbrochenen Bewegung mehrmals wiederholt. Die übende Person erhält dabei die Anweisung, die Bewegung mit den Augen zu verfolgen, ohne dabei den Kopf zu bewegen. Durch diese Übung werden die Augenmuskeln zugleich trainiert und entspannt, und die Überkreuzbewegung fördert die Integration der beiden Gehirnhälften.

Liegende Acht für das Schreiben:

Bei dieser Variante der Übung zeichnet die übende Person in einer kontinuierlichen, fließenden Bewegung eine liegende Acht auf ein Blatt Papier. Die Figur wird mindestens fünfmal hintereinander ohne Unterbrechungen gemalt, zuerst mit jeder Hand einzeln, dann mit beiden Händen gemeinsam. Diese Übungsvariante dient speziell der Verbesserung der Koordination zwischen Händen und Augen.

(Nach Dennison / Dennison (2002): EK für Kinder : Das Handbuch der EDU-Kinestetik für Eltern, Lehrer und Kinder jeden Alters)